4: Was erfolgreiche Kooperationen zusammenhält

Lesedauer: ca. 3 min
Eine Frau und ein Mann sitzen am Schreibtisch und geben sich ein High-Five.
Andi Weiland

Dieser Beitrag wurde als Kooperation mit MesH_MINT erstellt.

Gelingensbedingung 4: Kontinuierlicher Dialog und nachhaltige Zusammenarbeit

Viele schulisch-außerschulische Kooperationen starten mit großer Begeisterung. Nach einigen Monaten verlieren sie jedoch an Dynamik oder enden mit Ablauf einer Förderung. Die Forschung zeigt, dass hierfür häufig ein fehlender kontinuierlicher Austausch verantwortlich ist.

Die Autor:innen identifizieren den fortlaufenden Dialog zwischen den beteiligten Akteur:innen als vierte zentrale Gelingensbedingung. Nur durch regelmäßige Kommunikation können Kooperationen langfristig bestehen und sich weiterentwickeln.

Was zeigt die Forschung?

Die Forschung4 verweist auf ein Beispiel aus einem außerschulischen Nachmittagsprogramm für Jugendliche. Damit die Förderung der Schüler:innen nicht auf den außerschulischen Lernort beschränkt blieb, tauschten sich die pädagogischen Fachkräfte des Programms regelmäßig mit den Lehrkräften der Schule aus. In diesen Gesprächen wurden Beobachtungen zu einzelnen Jugendlichen, deren Interessen, Lernfortschritte und Unterstützungsbedarfe geteilt. Dadurch entstand ein gemeinsames Verständnis dafür, wie die Schüler:innen bestmöglich gefördert werden können. Der kontinuierliche Dialog half den Beteiligten nicht nur dabei, ihre Angebote besser aufeinander abzustimmen, sondern sorgte auch dafür, dass die Kooperation über einen längeren Zeitraum bestehen blieb.

Umgekehrt zeigen Beispiele aus Museen und Zoos5, dass fehlende Abstimmung häufig zu „verpassten Lernchancen“ führt. Wenn die Erwartungen der Schulen und die Konzeption der Angebote nicht aufeinander abgestimmt sind, bleiben Potenziale ungenutzt.

Grundlagen nachhaltiger Kooperation als Kreislauf dargestellt.
Der Kooperationskreislauf | MINTvernetzt

Handlungsempfehlungen für außerschulische Bildungsanbieter:innen

  • Feste Kommunikationsstrukturen schaffen

Regelmäßige Abstimmungstermine sollten selbstverständlich sein.

  • Ansprechpartner:innen benennen

Verlässliche Kontaktpersonen erleichtern die Zusammenarbeit erheblich.

  • Gemeinsam reflektieren

Nicht nur organisatorische Fragen, sondern auch Lernerfahrungen sollten besprochen werden.

  • Langfristige Partnerschaften aufbauen

Der Fokus sollte weniger auf Einzelveranstaltungen und stärker auf dauerhaften Bildungskooperationen liegen.

Fazit

Nachhaltige Kooperationen entstehen nicht durch einzelne Projekte, sondern durch kontinuierliche Beziehungen. Wer den Dialog pflegt, schafft Vertrauen, verbessert die Qualität gemeinsamer Bildungsangebote und erhöht langfristig deren Wirkung.

[1] Fallik, O., Rosenfeld, S., & Eylon, B. S. (2013). School and out-of-school science: A model for bridging the gap. Studies in Science Education, 49(1), 69–91. https://doi.org/10.1080/03057267.2013.822166.
 
[2] Contini, H., Rosenfeld, S., Moore, M., & Movshovitz-Hadar, N. (2004). Bridging school science with museum science: Learning about energy. In Proceedings of the National Association for Research in Science Teaching Annual Conference, Vancouver, Canada.
 
[3] Orion, N., & Hofstein, A. (1994). Factors that influence learning during a scientific field trip in a natural environment. Journal of Research in Science Teaching, 31(10), 1097–1119. https://doi.org/10.1002/tea.3660311005.
 
[4] Noam, G. G. (2003). Learning with excitement: Bridging school and after‐school worlds and project‐based learning. New Directions for Youth Development, 2003(97), 121–138. https://doi.org/10.1002/yd.39.
 
[5] Tunnicliffe, S. D., Lucas, A. M., & Osborne, J. (1997). School visits to zoos and museums: a missed educational opportunity?. International Journal of Science Education, 19(9), 1039–1056. https://doi.org/10.1080/0950069970190904.

Ansprechpartnerin

Portrait einer Frau

Franziska Scholz, MesH_MINT

MINT-Transfer

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