Was ist eine Landeskoordinierungsstelle?

Wir fragen - Magdalena Hein vom zdi.NRW antwortet

30. September 2025 Lesedauer: ca. 3 min
Lexikon
MINTvernetzt

In Deutschland geht in Bezug auf MINT so einiges – aber was genau? Wo gibt es welche Infos, wie können sich MINT-Akteur:innen austauschen, wann finden für die MINT-Community Möglichkeiten zum Netzwerken statt? In unserem MINT-Lexikon geben wir einen Überblick. Diesmal fragen wir Magdalena Hein, Projektleiterin der Landesgeschäftsstelle von Zukunft durch Innovation.NRW (zdi.NRW), was es mit den Landeskoordinierungsstellen auf sich hat.

Was ist eine Landeskoordinierungsstelle?

Politische Bildung, Rechtsextremismus oder Integration: Es gibt für die verschiedensten gesellschaftlichen Felder Landeskoordinierungsstellen – auch für die außerschulische MINT-Bildung. Bei so einer Stelle geht es darum, die MINT-Aktivitäten und -Akteur:innen eines Bundeslandes im Blick zu haben und – wie der Name schon sagt – zu koordinieren. Übergeordnetes Ziel dabei ist, die außerschulische MINT-Bildung zu stärken. Und das erreicht man über Sichtbarkeit sowie exzellente Lernangebote für junge Menschen. Bisher gibt es in Deutschland vier Bundesländer mit MINT-Landeskoordinierungsstellen.

Ist jede der vier Landeskoordinierungsstellen gleich?

Ganz im Gegenteil, jede ist unterschiedlich. Bisher haben Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Bayern Landeskoordinierungsstellen. Das Ziel ist immer das gleiche: Die außerschulische MINT-Bildung soll gefördert und nachhaltig ausgebaut werden. Und doch unterscheiden sich die vier Stellen in ihrer Arbeit so, wie sich auch die Bundesländer selbst unterscheiden.

Wie entsteht eine Landeskoordinierungsstelle?

„Es sind immer gesellschaftliche Herausforderungen, die die Verantwortlichen dazu bewegen, so eine Stelle ins Leben zu rufen. Häufig geht die Initiative von Ministerien aus“, sagt Magdalena Hein, Projektleiterin von zdi.NRW. Möglich ist aber beispielsweise auch, dass die Wirtschaft einer Region merkt, dass ihnen der MINT-Nachwuchs für die Betriebe in den kommenden Jahren ausgeht und sie junge Menschen für MINT-Fächer begeistern und ihnen bei der Berufsorientierung helfen will. Im Falle von zdi.NRW war es so, dass das Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 den Auftrag für die Landeskoordinierung erteilte. „Wir starteten, indem wir erst einmal alle MINT-Schätze, die es bis dato in NRW gab, ausgruben und eine Bestandsaufnahme machten. MINT-Bildung gibt es an so vielen Orten und verschiedenen Stellen“, sagt Magdalena Hein. Im zweiten Schritt wurde überlegt, wie man die zdi-Landschaft zukünftig gestalten kann. „Heute sind wir als zdi-Landesgeschäftsstelle – im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW, das die Federführung für die Gemeinschaftsoffensive innehat – Ansprechpartnerin für die 47 zdi-Netzwerke in NRW. Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, dass über 100 zdi-Schüler:innenlabore sowie viele weitere außerschulische Lernorte Teil der zdi-Community geworden sind.“

Warum sind MINT-Landeskoordinierungsstellen eigentlich so wichtig?

Die Arbeit der MINT-Akteur:innen braucht Impulse, Angebote zur Reflexion, zur Vernetzung und zum Austausch. Die Landesgeschäftsstelle von zdi.NRW beispielsweise organisiert Schulungen und versucht, Förderprogrammmittel zu generieren, damit die MINT-Akteur:innen ihre Arbeit verstetigen und intensivieren, neue Angebote auf die Beine stellen und ihre Reichweite erhöhen können. „Eine Landeskoordinierungsstelle ist wichtig als Ansprechpartnerin für die MINT-Koordinator:innen vor Ort, für die Laborleitungen und Multiplikator:innen. Und auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit“, erklärt Magdalena Hein. Darüber hinaus sind die Landeskoordinierungsstellen eine wichtige Schnittstelle zu der bundesweiten MINT-Vernetzungsstelle, mit der ein regelmäßiger Austausch besteht. Denn die Landeskoordinator:innen verfügen über die Feldexpertise, kennen den konkreten Bedarf in den Regionen und erfolgreiche Projekte vor Ort, die sie an MINTvernetzt weitergeben können. Zudem haben sie die Möglichkeit, die Angebote von MINTvernetzt über ihre Kanäle in die Fläche zu tragen. Sie sind aber auch Innovations- und Experimentierräume, um neue Impulse für die MINT-Community zu erproben und zu generieren.

Wer ist Magdalena Hein?

Magdalena Hein hat Kommunikation und Management studiert und verantwortet als Mitglied der Geschäftsleitung den Bereich Beratung für die matrix GmbH & Co. KG. Sie hat in Nordrhein-Westfalen als Koordinatorin vor Ort eine MINT-Region betreut. In ihren bisher neun Jahren in der zdi-Landesgeschäftsstelle war sie in unterschiedlichen Schwerpunktbereichen, wie Mädchen und MINT, Regionalbetreuung oder bundesweiter Vernetzung, aktiv. 2021 übernahm sie die Projektleitung der Landesgeschäftsstelle von Zukunft durch Innovation.NRW.

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