Eltern machen den Unterschied 

Der familiäre Einfluss auf die MINT-Entscheidung von Jugendlichen

08. Juni 2026 Lesedauer: ca. 3 min
Gender
3 Mädchen, die vor einem Mikroskop sitzen. Ein Mädchen schaut hinein, die anderen schauen zu.

Welchen Einfluss hat die Karriere der Eltern auf die Schwerpunktwahlen ihrer Kinder im MINT-Bereich? 

Diese Frage untersuchen Pfeuffer et al. (2025) in ihrer Studie und zeigen: Jugendliche mit einem familiären MINT-Hintergrund neigen eher dazu, sich selbst im MINT-Bereich zu spezialisieren als Jugendliche ohne diesen familiären Hintergrund. 

Für die Studie wurden 1.253 Schüler:innen an deutschen Schulen mit der Aussicht auf Abitur zu den Berufen ihrer Eltern, ihren eigenen Absichten, sich im MINT-Bereich zu spezialisieren sowie ihrer Identifikation mit MINT befragt. 

Das Ergebnis

Die Analyse zeigt klare Gruppenunterschiede: Jugendliche, die mindestens einen Elternteil mit einem MINT-Beruf haben, weisen eine stärkere MINT-Identität auf und äußern häufiger die Absicht, eine Schwerpunktwahl im MINT-Bereich treffen zu wollen. Geschlechtsspezifische Unterschiede – etwa, dass Töchter von MINT-Müttern und Söhne von MINT-Vätern sich häufiger für MINT entscheiden – konnten hingegen nicht nachgewiesen werden. 

Die soziale Vererbung betrifft nicht nur Schwerpunktwahlen im MINT-Bereich, sondern kann auch die Weitergabe von Interessen, Erwartungen und Selbstbildern innerhalb der Familie betreffen. Die MINT-Prägung durch den Beruf der Eltern, hängt damit zusammen, ob sich Jugendliche als MINT-Personen sehen. Dass sich Jugendliche aus MINT-Familien häufiger als MINT-Personen sehen, erklärt, weshalb Jugendliche aus MINT-Familien stärkere Wahlabsichten im MINT-Bereich aufweisen als Jugendliche ohne familiären MINT-Hintergrund. 

Was bedeuten diese Erkenntnisse für MINT-Bildungsangebote?

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die zentrale Bedeutung des familiären MINT-Hintergrunds auf die bildungs- und berufsbezogenen Schwerpunktwahlen und Selbstbilder der Jugendlichen.  

Sie zeigen darüber hinaus auf, welche Fragen MINT-Bildungsanbieter:innen bei der Konzeption ihrer Projekte bedenken sollten:  

1. Welche Eigenschaften haben die Jugendlichen, die an „meinen“ MINT-Angeboten teilnehmen?  

2. Wie können Schüler:innen mit wenig Vorwissen und MINT-Bezug erreicht werden?  

3. Welche Angebote rufen (in verschiedenen Schüler:innengruppen) das Gefühl hervor: „Ja, das ist etwas für mich!“?


Die Studie stammt aus dem Forschungsprojekt FösaMINT, das von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Heidrun Stöger und Prof. Dr. Albert Ziegler durchgeführt wird. Ziel ist es, fundierte Empfehlungen für die Gestaltung schulischer und außerschulischer MINT-Angebote zu entwickeln – mit besonderem Fokus auf Chancengleichheit und Gendergerechtigkeit.  

Johanna Pfeuffer, Heidrun Stoeger & Albert Ziegler (2025) Amplified social inheritance in STEM: parental careers shape adolescent identity and choice intentions, International Journal of Adolescence and Youth, 30:1, 2551107, DOI: 10.1080/02673843.2025.2551107  

Weiterführende Informationen zum Thema Teilhabe, findet Ihr in unserem Blogbeitrag.  

Ihr wollt keinen Beitrag mehr verpassen?

Dann meldet Euch jetzt für unseren Newsletter an.