Neue PISA-Studie: MINT-Kompetenzen in Deutschland auf neuem Tiefstand

Was die aktuellen Ergebnisse für die MINT-Bildung bedeuten

11. September 2026 Lesedauer: ca. 3 min
Teilhabe
Vier Jugendliche sitzen konzentriert an einem Tisch und schauen gemeinsam auf einen Laptop-Bildschirm, im Hintergrund ein Fablab mit Holzbalkendecke.
Andi Weiland

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen: Die Kompetenzen von Jugendlichen in Deutschland sind weiter gesunken. Besonders in Mathematik und Naturwissenschaften fehlen grundlegende Fähigkeiten. Für die MINT-Community unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig frühe, kontinuierliche und niedrigschwellige Bildungsangebote sind.

Deutschland nur noch im OECD-Mittelfeld

Mehr als 760.000 Schüler:innen (15 Jahre) aus 91 Ländern und Volkswirtschaften nahmen an PISA 2025 teil. Im Mittelpunkt standen diesmal die Naturwissenschaften, zusätzlich wurden Mathematik, Lesekompetenz und erstmals das Lernen in der digitalen Welt untersucht.

Für Deutschland fallen die Ergebnisse ernüchternd aus: In den Naturwissenschaften erreichen die Jugendlichen durchschnittlich 486 Punkte, in Mathematik 464 Punkte. Damit liegt Deutschland in beiden Bereichen nur noch auf OECD-Durchschnittsniveau. Seit 2015 zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend.

Besonders auffällig ist der hohe Anteil der 15-Jährigen, denen wichtige Basiskompetenzen fehlen: In Mathematik erreicht etwa ein Drittel nicht das grundlegende Kompetenzniveau, in den Naturwissenschaften ist es rund ein Viertel. Damit haben sie Schwierigkeiten, ihr Wissen auch bei vergleichsweise einfachen Aufgaben anzuwenden.

Bildungserfolg bleibt eine Frage der Herkunft

Die Ergebnisse zeigen außerdem, wie ungleich Bildungschancen in Deutschland weiterhin verteilt sind. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leistung ist besonders stark. Während rund ein Viertel der Jugendlichen aus sozioökonomisch privilegierten Familien zu den Leistungsstarken zählt, sind es bei Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien nur zwei Prozent.

Dabei macht PISA deutlich: Zugang allein reicht nicht. Kinder und Jugendliche brauchen Lernumgebungen, die sie unabhängig von ihren Voraussetzungen erreichen, unterstützen und ihnen positive Lernerfahrungen ermöglichen.

Auch international zeigt sich, dass der Abwärtstrend nicht unausweichlich ist. Einige Länder konnten ihre Leistungen in den vergangenen Jahren verbessern. Die OECD empfiehlt unter anderem, sich stärker auf grundlegende Kompetenzen zu konzentrieren, Lehrkräfte gezielt zu unterstützen und Ressourcen stärker dort einzusetzen, wo der Förderbedarf besonders groß ist.

Fazit: MINT-Bildung früh und gemeinsam stärken

Die aktuellen PISA-Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche früh für MINT zu begeistern und ihnen positive Lernerfahrungen zu ermöglichen. Außerschulische MINT-Akteur:innen leisten dazu schon jetzt einen wichtigen Beitrag – mit niedrigschwelligen Angeboten, Raum zum Ausprobieren und neuen Zugängen zu MINT.

Gleichzeitig entstehen neue Chancen für die Zusammenarbeit mit Schulen: Mit dem schrittweisen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und dem Startchancen-Programm öffnen sich zusätzliche Wege für langfristige Kooperationen. Für Euch als MINT-Community bietet sich damit die Möglichkeit, Eure Erfahrungen und Angebote noch stärker in die Bildungslandschaft einzubringen und gemeinsam mit Schulen mehr Kinder nachhaltig für MINT zu erreichen.

Quellen und weiterführende Literatur:

PISA 2025 Ergebnisse (Band I – Auszugsweise Übersetzung): https://doi.org/10.1787/1562a447-de

Nationales MINT Forum: Kommentar des NMF-Vorstandes zur Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse

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