„Wir können das!“ 

Organisatorische Voraussetzungen für erfolgreiche MINT-Bildung

01. September 2026 Lesedauer: ca. 3 min
Gender
Drei Mädchen schauen in ein Mikroskop.

Was macht außerschulische MINT-Bildungsangebote erfolgreich? Während sich viele Untersuchungen mit den Bedingungen innerhalb der Angebote fokussieren, nimmt die Studie von Heilemann et al. (2026) die organisatorische Ebene in den Blick und untersucht, welche Rolle die Organisationen selbst für den Erfolg ihrer MINT-Angebote spielen. Die Daten stammen aus unserer MINTvernetzt-Genderbefragung, die seit 2022 jährlich durchgeführt wurde und unter anderem auch zur wissenschaftlichen Forschung genutzt wird. 

Im Rahmen einer deutschlandweiten Online-Befragung wurden Organisationen, die selbst außerschulische MINT-Bildungsangebote durchführen oder diese unterstützen, befragt. Für die vorliegende Studie wurden ausschließlich Organisationen, die selbst MINT-Bildungsprogramme anbieten, untersucht. Die Angebote umfassen dabei unterschiedliche Zielgruppen in Bezug auf Alter und Geschlecht, aber auch unterschiedliche MINT-Bereiche (u.a. Informatik, Technologie oder Physik) und Formate, etwa Workshops, Forschungslabore oder Sommerakademien. 

Was wird untersucht? 

Die Analyse geht der Frage nach, wie stark sich Organisationen selbst als aktive Förder:innen von Mädchen und Frauen im MINT-Bereich verstehen und ob dieses Selbstverständnis mit dem Erfolg ihrer Projekte zusammenhängt. Merkmale hierfür sind, inwieweit Organisationen grundlegende Prinzipien einer wirksamen MINT-Mädchenförderung berücksichtigen, wie zum Beispiel stereotypfreie Konzepte, die Einbindung von weiblichen Rollenvorbildern, eine möglichst langfristige Unterstützung oder das Einbeziehen verschiedener Lebensbereiche der Teilnehmerinnen. 

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster 

Je stärker sich Organisationen als „Institution, die Mädchen und Frauen in MINT fördert“, identifiziert, desto eher werden bewährte Fördermethoden in Programmen umgesetzt. Des Weiteren ist die organisationale Selbstwirksamkeit entscheidend. Wenn Bildungsanbieter:innen glauben, dass sie die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen haben, um Mädchen und Frauen erfolgreich zu fördern, bewerten sie ihre Programme eher als wirksam. 

Insgesamt verdeutlicht die Studie die Bedeutung organisationaler Faktoren für den Erfolg von MINT-Förderprogrammen für Mädchen und Frauen. Sie zeigt, dass neben Programmaspekten auch das Selbstverständnis und die Selbstwirksamkeit von Organisationen entscheidend dazu beitragen können, die Beteiligung und Begeisterung von Mädchen und Frauen für MINT langfristig zu fördern. 

Unsere Handlungsempfehlungen für Euch: 

  • Sprecht nicht nur „auch“ Mädchen und Frauen an, sondern setzt diese in den Vordergrund Eurer Arbeit oder bestimmter Projekte. 
  • Nutzt Netzwerktreffen und Fortbildungen, um Euch sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf organisationale Themen miteinander auszutauschen und fortzubilden. 

Heilemann, M., Schober, S., Stoeger, H. et al. Extending STEM identity to the institutional level: how organizational identity and efficacy shape gender-inclusive practice in out-of-school education. IJ STEM Ed13, 5 (2026). https://doi.org/10.1186/s40594-026-00595-1  

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